Respekt verlieren, um Liebe zu finden: Die tiefere BeziehungsDynamik zwischen Respekt & Liebe
- 31. Aug. 2019
- 12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Erweise Respekt, auch wenn du nicht liebst?!??
„Sei nicht so respektlos!“, „Zeige/erweise mir gefälligst Respekt!“, „Ich erwarte hier etwas mehr Respekt!“ – sind das Sätze, die du aus deiner Familie oder aus der Schule oder auch aus deinem heutigen BerufsLeben kennst? Oder: „Du kannst ja von mir denken, was du willst, aber benimm dich gefälligst respektvoll!“? Oder, noch schlimmer: „Du musst mich ja nicht lieben, aber ich erwarte, dass du mich respektierst!“
Diese Sätze und Forderungen zeigen auf, wie stark unsere Vorstellung von Respekt in unserer Konditionierung daran gebunden ist, dass wir uns irgendwie verhalten -im Zweifelsfall schauspielern, uns verbiegen, etwas vortäuschen-, um einem Gegenüber ein bestimmtes Wert- und/oder SicherheitsGefühl zu geben, während wir in Wahrheit vielleicht etwas ganz anderes fühlen und/oder denken. Diese Forderung entspringt, wie das meiste aus dem Paradigma unserer aktuellen Gesellschaft, aus einer Haltung von „Ich verhalte/benehme mich, also bin ich“.
Diese Position lässt außen vor, was du tatsächlich denkst und noch viel mehr, was du in Wahrheit fühlst. Hauptsache du benimmst dich respektvoll!
Was geschieht, wenn wir das Ganze umkehren? Wenn wir von einem Fleck kommen, an dem wir primär fühlen: Was fühlst du denn tatsächlich für deine Mitmenschen? Für deine(n) PartnerIn? Für dein(e) Kind(er)? Für deine Eltern? Für Freunde? Für Kollegen/Chefs? Menschen auf der Straße? Für Dienstleister in Supermarkt, Bank & Co? Für Nachbarn?
Vermutlich verhältst du dich ihnen gegenüber mehr oder weniger respektvoll, aber was fühlst du denn wirklich für sie? Wenn du jedem alles mitteilen dürftest, was du fühlst und genauso roh und unvorgefiltert wie du es fühlst; wie würde das aussehen?
Geh das mal innerlich ehrlich durch (indem du es fühlst!), ohne dann damit außen irgendetwas zu machen!
Respekt verlieren, um Liebe zu finden
Nehmen wir mal ein plastisches Beispiel: Für die allermeisten Menschen ist es konditionierungsbedingte Tatsache, dass es ihnen am Anfang eines emotiven HeilungsProzesses schwerfällt, ihre inneren Wahrheiten nach außen zu bringen.
Alles wird weich verpackt, vorsichtig umschrieben, möglichst vage gehalten und strikt auf der Ebene von Objektivität und Vernunft kommuniziert; gewaltfrei, empathisch, verständnisvoll, in perfekten IchBotschaften und mehrfach vorformuliert, bevor es schließlich in stark abgeschwächter Form, begleitet von viel SelbstZurücknahme und dem Versuch, es dem Gegenüber recht zu machen, mühsam und unter Angst, Scham, SchuldGefühlen und innerer Unwahrhaftigkeit ausgesprochen wird.
Vielen Menschen fällt es bis heute immens schwer, wahrhaftig dorthin zu schauen, wie es ihnen aktuell mit ihrer Familie geht und wie es ihnen früher, als Kind, im ElternHaus ging. Wie sie sich wirklich gefühlt haben. Es fühlt sich unfair, ungerecht, gemein und übertrieben an; so schlimm war es ja nun auch nicht; sicher tue ich ihnen Unrecht; wahrscheinlich hab ich es mir eh nur eingebildet oder ausgedacht und sicherlich male ich alles viel schwärzer als es wirklich war und überhaupt: die Kindheit meiner Eltern war auch furchtbar, ich verstehe das total, dass die nicht anders konnten....
Versteh mich nicht falsch: ich finde nicht, dass es jemals Fokus einer ernstzunehmenden HeilArbeit sein sollte, Familie/Eltern gezielt schlecht zu machen oder ihnen irgendeine Schuld zuzuweisen. Es geht aber auch nicht darum, sie zu schonen und die alten Muster aufrechtzuerhalten.
Der Fokus hier ist die Einladung, alle Wahrheiten, die ohnehin in deinem Herzen leben, fühlst und ans Tageslicht bringst. Da besonders „negative“ Wahrheiten und Emotionen in der Kindheit meistens unterdrückt werden mussten (Ich HASSE dich, Mama!!“ oder „Du bist ein fieser Arsch, Papa!!“ oder „Ich wünschte, meine Schwester/mein Bruder wäre nie geboren!!!“), um Kritik/Strafe zu meiden und Anerkennung/Zugehörigkeit zu sichern, nehmen diese „dunklen Wahrheiten/Gefühle“ dann natürlich eine geraume Weile ziemlichen Platz im therapeutischen Raum ein.
Sie müssen aufsteigen, bewusst werden und gefühlt werden; sie müssen in den Kontakt gebracht werden; es muss wiederholt die gefühlte Erfahrung gemacht werden, dass du fühlen darfst, was immer du fühlst und die Beziehung (zu einer therapeutischen BezugsPerson und/oder anderen GruppenTeilnehmern z.B.) liebesvoll und davon komplett unabhängig bestehen bleibt. Dass du dich nicht verstellen und verbiegen musst, nicht performen und schauspielern musst, um beständige, verlässliche Beziehung zu erfahren.
Wenn all deine inneren Ladungen von Rache, Hass, Zorn, Wut, Schmerz, Scham & Co „aus dem Weg“ geheilt sind, weil sie von dir voll fühlend bewohnt und gezeigt wurden, bleibt stets unter´m Strich: Liebe.
Unabhängig davon, wie schrecklich deine Kindheit/Jugend gewesen sein mag; wie belastend und verstörend die Umstände auch waren; wie sehr dein Herz darunter gelitten hat; am Ende, wenn alle (berechtigten!) Emotionen dazu gefühlt wurden... bleibt immer nur Liebe.
Manchmal noch eine Weile gepaart mit herzzerreißendem Schmerz darüber, dass es nie möglich war, sie mit Mama und Papa zu teilen. Mit Sehnsucht nach erfüllendem, ehrlichem Kontakt.
Dann kommt noch eine Welle von Ohnmacht, in der dir dämmert: Du konntest wirklich nichts tun. Nichts, was in deiner Macht stand, hätte etwas daran ändern können, wie Mama und Papa waren. Das ist die bedeutsame und wichtige Phase des mit-dem-HerzOpfer-Verweilens: Den Teil in dir fühlen, der tatsächlich und ganz real den Dynamiken in deiner Familie ausgeliefert war.
Doch auch damit gibt es schließlich letztendlich Frieden, wenn dieser Teil sich wirklich von dir gesehen, verstanden und gefühlt fühlt.
In aller Regel braucht es 2 Phasen mit den Eltern, um zu einer erwachsenen Beziehung kommen:
1) eine Phase, in der du deinen Eltern bringst, wie du dich als Kind mit ihnen gefühlt hast; inwiefern du dich emotional missbraucht und/oder vernachlässigt gefühlt hast, was das alles in dir ausgelöst hat und was das für Folgen in dir hat
2) eine NeuVerhandlung als Erwachsene, in der ausgehandelt wird, wie man heutzutage mit emotionalen Reaktionen umgeht; ob alle bereit sind, tiefer in sich zu schauen, wenn jemand verletzt oder getriggert ist; ob alle bereit sind, ihre eigenen Auswirkungen auf die anderen zu fühlen und zu sich zu nehmen; ob jeder sich bereit erklärt, volle Verantwortung für alles zu übernehmen, was er /sie fühlt
Als Erwachsene geht es nicht mehr darum, immer noch von Eltern nachgenährt zu werden. Deine ungestillte kindliche Bedürftigkeit hat nichts mehr bei deinen Eltern verloren, wenn du über 25 Jahre alt bist. Dann ist es deine Aufgabe, dir zu geben, was deine inneren Teile nicht bekommen haben; deine Aufgabe, zu heilen, was verletzt wurde. Ggf. ist es deine Aufgabe, dir dafür professionelle Hilfe und Unterstützung zu suchen. Das können weder die Eltern noch Freunde noch ein Partner leisten, wenn man einmal erwachsen ist.
Es geht jedoch um die sehr bedeutsame Frage, ob man mit seiner Familie in Punkt 2) der Verhandlung befriedigend auf einen Nenner kommt oder nicht. Ob man sich als Erwachsener mit den Eltern sicher fühlt, emotional verletzlich (nicht bedürftig!) zu sein. Ob es eine Atmosphäre von Neugierde und KritikOffenheit, Ehrlichkeit und gutem Willen gibt. Ob die Eltern bereit und fähig sind, ihre Seite der Beziehung ehrlich anzuschauen und ggf. zu heilen.
Falls die Antwort auf all das mehr oder weniger deutlich Nein! ist, erklärt dir das einmal mehr, warum sich deine inneren Anteile fühlen, wie sie sich fühlen und dann ist es wichtig, dir einzugestehen, dass du daran nichts ändern kannst. Du kannst deine Eltern nicht heil-lieben. Wenn das funktioniert hätte, wäre das bereits zu deiner Geburt geschehen.
Dann stehst du vielleicht vor der schwierigen aber wichtigen Frage, ob es gesünder für dich wäre, den Kontakt zu deiner Familie für eine Weile oder länger abzubrechen oder stark einzuschränken oder dafür zu sorgen, dass du dich toxischen, verletzenden Dynamiken entziehst. Es ist wichtig, zu wissen, dass es in Ordnung sein kann, die Liebe, die du fühlst, im Zweifelsfall nicht mehr zu transagieren, wenn der reale Kontakt einfach nicht erfüllend, nährend und emotional sicher für dich ist. Es gibt keine Verpflichtung, mit seinen Eltern in Kontakt zu bleiben. Kinder schulden ihren Eltern nichts.
Und es kann für einen HeilungsWeg sehr wichtig sein, realen Abstand von der Familie zu haben, um tiefer herauszufinden, wer du eigentlich wirklich bist und was du wirklich fühlst.
Gerade in einer Phase des Abstands kann Frieden, Liebe und letztendlich sogar Mitgefühl auftauchen: Du kannst dann irgendwann direkt fühlen (nicht nur psychologisch nachvollziehen), warum deine Eltern sind wie sie sind, während du das, was das für Auswirkungen auf dich hatte, keineswegs damit entschuldigst.
Mitgefühl unterscheidet sich grundlegend von Verständnis. Verständnis ist Verstandes/mind-basiert, Mitgefühl ist Herz-emotiv-basiert. Mitgefühl überhöht sich nicht über andere. Es hat nicht zur Folge, dass du willst, dass es ihnen besser geht; es führt nicht dazu, dass du sie beschützt oder schonst, deine Wahrheit zurückhältst oder sie weichspülst.
Ganz überraschend und ohne, dass man es je fokussieren musste, kommt dann auch Vergebung. Vergebung entsteht nicht durch eine bewusste Entscheidung, sondern entwickelt sich oft als Folge innerer Prozesse.
Authentische Vergebung ist emotiv basiert, keine Einstellungs/HaltungsFrage oder etwas, das wir durch Rituale/Taten herbei-wollen können. Vergebung auf Tun/EinstellungsEbene basiert immer noch darauf, etwas nicht fühlen zu wollen (z.B. Wut/Groll/Rache oder Ohnmacht/Schmerz). Sie erhöht sich über das Gegenüber in der Geste der Großmut. Wahrhaftige, authentische Vergebung geschieht nebenbei, wenn du alles fühlst, was es zu fühlen gibt und das, was übrigbleibt, Frieden ist. Darin ist auch Liebe. Und ein tiefes EinverstandenSein damit, was ist und war.
Wenn es keine Impulse mehr gibt, etwas daran ändern zu müssen, was geschehen ist; wenn es keine Wiedergutmachung mehr von außen und auch keine Absolution oder Bestätigung mehr braucht, dass deine Emotionen/Reaktionen berechtigt sind, weil du all das in dir selber fühlst. Wenn du keine Bedürftigkeit mehr deinen Eltern gegenüber fühlst. Wenn du keine Anerkennung mehr von ihnen brauchst und keine Kritik mehr vermeidest. Wenn du nichts für sie tun musst, damit sie sich besser fühlen, damit es dir besser geht. Dann bist du in dir mit allem, was du fühlst, real geworden. Und du bist in Frieden. Dabei heilt ganz nebenbei der Groll und es bleibt EinverstandenSein, Mitgefühl und Liebe.
Auf dem Weg dahin ist es unumgänglich, dass du dir zunächst mal voll erlaubst, den anerzogenen Respekt vor deinen Eltern zu hinterfragen und beiseitezulegen, während du fühlst, was in dir ist, damit du an die darunter begrabene Liebe, aus der du ohnehin bestehst, rankommen kannst. Damit du sie wieder sein kannst!
Dass so viele Menschen im ErwachsenenAlter kaum noch direkt Liebe fühlen und transagieren können, liegt vor allem daran, dass all die anerzogenen Konzepte und KontrollStrukturen im Weg stehen. Der Liebe im Weg stehen. Du kannst nicht gleichzeitig höflich sein und dich gut benehmen (VerhaltensEbene), erzwungenen, pflichtbedingten Respekt empfinden (mind-Position), deine sämtlichen verdrängten Impulse und Wahrheiten kontrollieren (WillenskörperAktivität) und lieben (EmotionalKörper-basiert).
Das stellt die natürliche innere Ordnung auf den Kopf: Da steht dem, was du bist (nämlich Emotion, in tiefster Tiefe: Liebe) ein KontrollWille, eine mind-Position und eine VerhaltensEbene im Weg, die im Zweifelsfall und eher häufiger als selten in komplettem Widerspruch zu dem stehen, was du wirklich fühlst! Das, was du wirklich bist, kann so nicht frei herauskommen.
Liebe ist der Stoff, aus dem wir alle sind, Respekt ist Kontext- und Inhalts-abhängig
Das GöttlicheWesen besteht in der Tiefe aus Liebe: individuell-basierte, bezogene, über-persönliche, unbedingt LiebesBegeisterung im VaterSchöpferYangAspekt und nondualen Akzeptanz in der Tiefe des GöttlichenYin und universell-mütterlich-haltende Liebe etwas stromabwarts im GöttlichenMutterYinWesen.
Je tiefer wir auf unseren HeilunsWegen der Pfade der Heiligen UrAbwesenheit (ErwachensPfad) und der Heiligen DurchGottung (HingabePfad) an diese inneren Plätze des Seins in uns heilen, desto tiefer breitet sich absolutes EinverstandenSein mit dem-was-ist in uns aus. Selbst wenn es schmerzt. Hier entsteht ein Frieden, der jenseits aller inneren und äußeren Konflikte liegt. Eine Stille, die allem Lärm Raum gibt. Hier gibt es keine Wertung, kein Dualisieren in gut oder schlecht. Es ist alles einfach nur, was es ist und du willst es auch nicht ändern und gibst ihm keine sekundäre Deutung oder Bedeutung; du webst keine Geschichte drumherum. Das, was es ist, darf nackt bleiben. Du bist Stille und Abwesenheit-von-Präsenz, die allem-was-ist Raum gibt zu sein: Dem Licht und dem Schatten. Du bist begeisterte, bezogene Liebe, die selbst vom DunkelstenSchatten in jemandem liebend-traurig tief berührt ist.
Wenn du vom tiefsten inneren Platz deines SeelenSelbst kommst, empfindest du alle anderen Wesen als Geschwister. Manche magst du persönlich mehr, einige stehen dir besonders nah, mit anderen möchtest du nicht unbedingt Zeit verbringen. Doch unter´m Strich liebst du sie alle, einfach weil sie auch Kinder des GöttlichenWesens sind. Es gibt eine grundverbindende Liebe als Basis. Stromaufwärts aller Entscheidungen, Meinungen und Taten. Liebe ist die GrundVerbindung. Das, was uns alle gleich macht, bevor wir individuell werden. Diese Liebe ist bezogen, aber meta-persönlich, sie hat universelle Töne, auch wenn sie das Individuum als Seele erkennt. Hier kann man ganz leicht Herz-basiert lieben und Herz-basiert über jemanden tief frustriert sein und ihm/ihr das auch ganz unverschleiert zeigen. So ist es im „Himmel“, wenn wir uns in nicht-inkarnierter Form begegnen, so kann es auch auf Erden, in MenschFrom, sein.
Wichtig ist es, nicht in diesen göttlichen und rein-seelischen Valenzen zu verweilen. Das kann ein Versteck sein. Die Frage ist stets, wie tief und umfassend sich diese Liebe in menschlich-weltlicher Frequenz tatsächlich transagieren lässt. Wenn du also vom Göttlichen startest und dich durch deine SeelenLiebe hindurch ins Menschliche bewegst und dort auf irdische Events, Äußerungen, VerhaltensWeisen und Taten stößt, die stark gegen dein inneres StimmigkeitsGefühl gehen, ist es auf der Erde vielleicht an der Zeit, etwas zu sagen, wie: „Bei aller Liebe... aber für das, was du da gerade tust, habe ich weder Verständnis noch Respekt.“
Solltest du das mit ein und demselben Individuum bereits einige Male gefühlt und bewohnt haben und es ändert sich nichts Grundlegendes an der Problematik, wirst du vielleicht irgendwann ergänzen: „Bei aller Liebe – ich will dich nicht mehr in meinem Leben haben.“
Mit anderen Worten: Wenn du von einem EnLovenmentPlatz aus kommst (was keine Wahl oder innere Entscheidung, ganz sicher kein Mantra und auch keine EinstellungsSache ist und du kannst dich auch nicht mit MeditationsMusik dorthin trancen – es ist stattdessen ein langer und rigoroser HeilungsPfad dorthin, diese vier tiefsten inneren Plätze stets und Situations-unabhängig gleichzeitig zu fühlen, zu bewohnen, zu verkörpern und zu transagieren), dann beginnst du jeden Moment als metanonduale- meta-persönliche-SchöpferLiebe, bewegst dich durch nonduale es-ist-was-es-ist-Stille, fühlst die metapersönlich- seelischen Valenzen von ewiglicher GeschwisterLiebe und wählst dann auf diesem Teppich von immerwährender und Kontext-unabhängiger Liebe als persönlicher Mensch evtl. diese Liebe nicht direkt-menschlich zu transagieren, sondern stattdessen eine Grenze zu setzen. Das ist nichts, worüber du nachdenkst, es ist einfach, was durch dich hindurch und als du geschieht.
SelbstLiebe und SelbstRespekt
Während es in vielen therapeutischen Richtungen und spirituellen Schulen um SelbstErmächtigung, SelbstVerwirklichung, SelbstAkzeptanz oder mehr SelbstBewusstsein bzw. um SelbstÜberwindung, SelbstTranszendenz und EgoAuflösung geht, liegt der Fokus in InDivinality auf Selbst- und EgoHeilung bzw. dem Erwachen in immer tiefere Versionen deines letztendlich GöttlichenSelbst.
Begonnen wird auf dem persönlichen Dharma mit der Bewusstwerdung all deiner Abwehr/SchutzStrategien und der Heilung der darunterliegenden, verdrängten, unbewussten emotionalen Verletzungen. Was du schließlich, am Boden deines SeelenSelbst fühlst und erfährst, ist deine eigene seelische KernGutheit. Deine Unschuld. Dein aus-Liebe-bestehen - und deine Verletzlichkeit darin. Deine Nacktheit. Darin findest du ganz natürlich mehr und mehr Liebe mit dir Selbst. SelbstLiebe bedeutet Liebe mit dir selbst. Nicht für dich. Nicht zu dir. Mit dir.
SelbstLiebe ist keine EinstellungsSache. Sie kann nicht durch positive Affirmationen erlangt werden (das ist wiederum mind-basiert). Sie ist nicht durch Handlungen (dir öfter mal was Gutes tun) zu erreichen. Sie ist einfach das, was übrigbleibt, wenn die wesentlichen Strategien und Wunden aus dem Weg geheilt sind.
Auf dieser Liebe mit dir selbst fußt dein SelbstRespekt: Je tiefer und umfassender du zu SelbstLiebe hin heilst, desto wichtiger wird es dir, dich auf dich selbst, andere und die Welt in natürlichem Respekt zu beziehen.
Der Unterschied zwischen anerzogenem, erzwungenem, auf Angst und Strategien basierendem respektvollem Verhalten bzw. Respekt-als-MindPosition und natürlichem Respekt ist, dass natürlicher Respekt immer an SelbstLiebe, Wahrhaftigkeit und Verletzlichkeit geknüpft ist. Natürlicher Respekt möchte niemals jemanden schonen, indem er eine HerzensWahrheit nicht bewohnt. Ganz sicher nicht sich selber kleinmachen oder sich vor irgendetwas verstecken. SelbstRespekt und Strategien wie Kontrolle, Manipulation, Verführung sind unvereinbar.
SelbstRespekt möchte die Wahrheit verkörpern und benennen und hat den Mut, die Reaktion des anderen auf diese Wahrheit dann auch reinzulassen und zu fühlen, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen. Denn Respekt für einen anderen erwachsenen Menschen zu haben, bedeutet auch, ihn in seiner Größe zu belassen, dass er für alles, was er fühlt, selbst verantwortlich ist.
Erzwungener oder eingeforderter Respekt lässt keinen Raum für echte Liebe. In EchterLiebe jedoch hat Respekt und nicht-Respekt Platz.
Angst-basierte Macht zu KontrollZwecken schließt Liebe und Wahrhaftigkeit aus. In Liebe und Wahrhaftigkeit aber findet gesunde SeelenStärke und HerzKraft ihren ganz natürlichen Platz, ohne jemals kontrollieren/manipulieren zu wollen, weil sie der Liebe und der Wahrhaftigkeit dient.
Je mehr du fühlst, dass du aus Liebe bestehst und Liebe immer der AusgangsPunkt für jede Interaktion mit jedem Individuum ist, desto umfassender wächst im Fall eines Konflikts mit jemanden eine auf SelbstRespekt fußende GrundHaltung von „Ich liebe dich sowieso, daran wird sich auch durch nichts jemals etwas ändern; du bist eine meiner Göttlichen GeschwisterSeelen in dieser Schöpfung... aber ich empfinde gerade für diese oder jene Handlung oder innere Haltung wirklich keinerlei Respekt für dich und deshalb wähle ich, diese Liebe mit dir momentan nicht direkt zu transagieren, mit anderen Worten: Keinen Kontakt mit dir zu haben!“ (Selbstredend gibt es viele Beziehungs-, Verhandlungs- und StreitSchritte, bevor man eine solch radikale Wahl schließlich trifft, ich nehme lediglich dieses Beispiel von KontaktAbbruch, um überdeutlich zu vermitteln, dass die Liebe selber selbst davon unangetastet bleibt.).
Es ist ein immenser Unterschied, Kontakt aus Groll, Rache, MachtGründen, Strafe, BeleidigtSein o.d. abzubrechen oder aus Liebe und natürlichem Respekt. So eine Art von KontaktAbbruch oder KontaktPause kann ein bedeutsamer LiebesAkt sein, der allen Beteiligten helfen kann, in mehr Klarheit, Tiefe, Größe, Unschuld, Verletzlichkeit, Gutheit… und Liebe hineinzuheilen.
Liebe ist unser BasisWebstoff; wir können in unserer Tiefe nicht anders, als einander zu lieben; Respekt aber ist sehr persönlich und keine selbstverständliche AusgangsPosition in einem Kontakt.
Respekt kann man sich verdienen, man kann ihn riskieren, man kann ihn verlieren. Auf Respekt hat man kein grundsätzliches Anrecht. Er ist gebunden an die Art, wie du selber in die Welt gehst, wie du Menschen begegnest, was du von ihnen hältst, wie du mit ihnen umgehst und wie du dich grundlegend durch dein Leben bewegst und wie integer, selbstverantwortlich und ehrlich du dich auf dich und deine Themen und Herausforderungen beziehst.
Hast du für all das Respekt vor dir selber? Genügt es dir, von deinen Mitmenschen Respekt einzufordern oder hast du in Wahrheit Hunger danach, mit ihnen Liebe und Wahrhaftigkeit in Freiheit zu transagieren?
Es gibt in Realität absolut nichts dabei zu fürchten, alles ganz respektfrei zu fühlen. Sobald deine oberste Priotität Wahrheit statt (Schein)Sicherheit ist, gibt es absolut nichts mehr zu verlieren... aber dich selbst zu gewinnen.
© Iona von der Werth, Oktober 2017 - aktualisiert Feb 2026

%20Katrin%20Otte.png)
%20Katrin%20Otte.png)
Kommentare