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Liebe ist tiefer als Bewusstsein, auch wenn sie als Inhalt im Bewusstsein auftauchen kann

  • vor 5 Stunden
  • 6 Min. Lesezeit

Je länger ich versuche, zu vermitteln, was Liebe ist und was sie nicht ist, desto mehr realisiere ich, wie begrenzt Worte sind und wie unerlässlich wichtig es ist, erfahrbar zu machen, was Liebe ist und was sie nicht ist.

Nach wie vor hält es sich in spirituellen Kreisen hartnäckig, dass leeres Bewusstsein der Urgrund allen Seins ist. Da Liebe in diesem Bewusstsein auftauchen kann (also man sich über sie bewusst werden kann), muss sie sekundär davon existieren, so argumentieren Lehrer dieser Ausrichtung gern.


Lasst uns dazu 2 spannede Fragen untersuchen?

1)     Sprechen sie von Liebe oder von Empfindungen und Gefühlen?

2)     Ist die Behauptung philosophisch UND emotiv tragbar oder reine HirnAkrobatik, ohne tiefere emotive Beweisbarkeit?


Liebe wird häufig vorrangig nach ihren oberflächlichsten AusdrucksFormen benannt: ein warmes Empfinden in der Brust, ein inniges, zärtliches FürsorgeGefühl, der Wunsch nach Nähe, erotisches Verlangen, das schmerzliche Vermissen von jemandem.

Die meisten Beziehungen finden rein horizontal statt: Sie sind Austausch zwischen Identitäten und strategischen Selbsten innerhalb der Matrix der 3D-Welt, überwiegend getragen von Wille und mind, welche beide auf unseren tieferliegenden, überwiegend unbewussten emotionalen Wunden fußen. In diesen Domänen gestalten sich Begegnungen als Verhandlungen von Bedürfnissen, sie arrangieren sich um Angst herum, sind von unbewussten und bewussten Verträgen strukturiert, tanzen mit Projektion, Macht und Aufregung irgendwo zwischen Ekstase, Verzweiflung und Langeweile.

Intensität und ein Gefühl von "Liebe" wird häufig erfahren, wenn wir etwas besonders Schönes erleben. Einen Urlaub. Einen Traum, den wir uns verwirklichen. Ein Wunsch, der sich erfüllt. Ein Erfolg.

All diese Versionen von LiebesGefühl fallen in den Bereich der Erfahrungen. Erfahrungen kommen und gehen. Sie sind Bewegungen und Inhalte des minds. Einiges davon kommt eher aus den Schutz- und VerwundungsRegionen unserer Teile, anderes ist Essenz-angebundener.

Vieles davon sind Projektionen, Angst, Hoffnung und Sehnsucht, die Teil der SuchBewegung der Seele sind. Solange die Seele sich selbst nicht als Liebe erkannt hat, verwechselt sie Gefühle und Empfindungen mit Liebe, statt sie als Anhaftung, AngstKontraktion, Überhöhung und dem Wunsch nach Vollständigkeit durch etwas oder jemand anderen zu erkennen. Anhaftung sucht Beruhigung. Projektion such Ausgleich, Bestätigung, Befriedung, Spiegelung. Begehren sucht Befriedigung. Angst sucht Sicherheit durch Kontrolle.

Gefühle sind reaktiv. Sie verstärken sich durch einen externen Reiz und werden schwächer, wenn das auslösende Element abwesend ist. Es kann sich intensiv anfühlen, ekstatisch, erlösend, dringend, beruhigend, dramatisch.

Aber es kommt und es geht. Es ist abhängig von etwas im Außen. Es sind Zustände und Erfahrungen mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende. Es sind dualistische Phänomene, die innerhalb unseres EnergieFeldes und Bewusstseins auftauchen und wieder verschwinden. Diese Empfindungen sind Umstands-abhängig.


Während wir uns durch die Initiations- und AufwachPhase unserer SeelenReise bewegen, halten wir häufig die Intensität dessen, was erfahren wird, für Liebe: MachtSpiele, Schatten und Dramen. Heftige Begegnungen. TIefe Überstimmung. Einblicke in Einheit. Angst vor VerlassenWerden, VerstoßenWerden, AlleinSein. Angst vor Vereinnahmung, Nähe, Verletzlichkeit. Angst davor, zu zeigen, was wirklich innerlich wahr ist. Angst vor Auslöschung und KontrollVerlust.

Das allmähliche Erwachen aus den vielschichtigen Illusionen des StrategischenSelbsts, der Matrix, der mind- und willens-basierten Realität geht mit emotionaler Intensität einher. All das ist wichtig und heilig und muss durchlaufen und durchfühlt werden.

Nur verwechsle es nicht mit Liebe.

Was hier geschieht, sind Reibungen zwischen unbewussten Teilen. Innerhalb der eigenen Seele, zwischen Seelen und von der Seele zum Göttlichen. Das sind notwendige, heilige innere Regungen des Abstiegs, der DunklenTals und des Aufstiegs.

Aber es ist nicht der Urgrund unseres Seins.


Das, was Liebe wirklich ist, ist keine Regung, die kommt und geht. Sie ist nichts, was ausgelöst wird und wieder abflaut. Sie ist keine vorübergehende Ekstase. Sie ist nicht drängend und verlangend. Sie will nichts und sie braucht nichts. Sie ist nichts, was dich unter bestimmten Umständen flutet und dann wieder vergeht.

Jede Empfindung, die kommt und geht, gehört zum dualistischen Erleben des Bewusstseins, nicht zum Urgrund. Liebe ist kein Ereignis im Bewusstsein. Sie ist das, worin Bewusstsein ruht und was Bewusstseins erlaubt, zu sein.


In der Tiefe der Seele wie im Urgrund des Göttlichen existiert eine Liebe, die nicht von Reaktion, Bewegung oder Information beeinflusst wird. Sie ist nicht von Zustimmung oder Ablehnung abhängig. Sie bricht nicht unter Intensität zusammen. Sie ist nicht manipulierbar, kontrollierbar, verführbar oder erpressbar. Sie wird nicht durch Verlust fragmentiert. Sie wird nicht durch Aufregung oder Ekstase erhöht. Sie wird nicht durch Dunkelheit oder Verwirrung gedimmt.

Sie ist still. Sie ist einverstanden mit dem-was-ist. Sie ist klar. Sie hat keine Fragen zur Realität. Sie „versteht“ in FühlWissen, warum geschieht, was geschieht und wie Realität-als-solche im Absoluten und im Relativen aufgebaut ist. Sie flutet das Bewusstsein mit FühlWissen darum, warum wir existieren. Von dort aus weißt du, wer du bist.


Um diese Liebe zu erfahren, musst du mindestens 4x sterben. Wahrscheinlich häufiger, weil die meisten Menschen eher Dutzende kleine Tode sterben als wenige große.

  1. Jenen Tod deines StrategischenSelbst, der das Transmutieren, Erwachen und Integrieren in dein authentisches, seelenvolles Selbst ermöglicht, welches der Sitz des Seins für persönlich-menschliche Frequenzen von Liebe ist

  2. Jenen Tod deines MatrixSelbst, der das Transmutieren, Erwachen und Integrieren in den Urgrund deines individuellen Seins in deinem ewiglich-essenzhaften SeelenSelbst ermöglicht, welches der Sitz des Seins für meta-persönliche, bedingungslose Frequenzen von Liebe ist

  3. Jenen Tod deines mind-basierten-Ich, der das Transmutieren, Erwachen und Integrieren in dein NichtIch; in NonDualität; in leeres Bewusstsein ermöglicht, welches der Sitz des Seins der stromabwärts von NonDualität liegenden universellen StilleLiebe ist

  4. Jenen Tod deines willensbasierten Selbst, der das Transmutieren, Erwachen und Integrieren in dein GöttlichesSelbst ermöglicht, welches in UltimativerLiebe ruht.


Wir können also auf absolutem Level mit allem Leiden der Welt tief einverstanden sein, weil wir in der Tiefe fühl-wissend verstehen und in UltimativerLiebe halten, warum es geschieht und wie es ins GroßeGanze passt. Wenn wir dieses absolute EinverstandenSein jedoch benutzen, um persönliche Reaktionen zu dämpfen und regulieren, ist das emotio-spirituell unreif und verzerrt. Das EinverstandenSein auf der Ebene des Absoluten beeinflusst, wie wir uns im Relativen fühlen und beziehen, in dem Sinne, dass alle menschlichen Reaktionen innerhalb des Absoluten auftauchen und entsprechend nicht zu Drama und einer LeidensGeschichte werden, aber es ist nicht dazu geeignet, menschliche Frequenzen von Emotionen zu ersetzen.

Je tiefer wir in absolute Liebe sinken, desto weniger wilde Wellen werden Emotionen auch im relativen Bereich schlagen. Nicht, weil wir sie betäuben. Sondern weil das Relative im Absoluten ruhen kann. Es kann also ein kurzer Schmerz auftreten. Eine Frustration. Ein Bedauern. Eine Sorge. Eine Klarheit über Unrecht, Dunkelheit und Schatten. Aber diese Emotionen werden von allen 4 Sitzen der Liebe gehalten und verdaut und schließlich sinkt alles zurück in Liebe und EinverstandenSein.

Es gibt also Intensität, aber sie destabilisiert nicht. Es gibt Verletzungen, Herausforderungen und Ungerechtigkeiten, aber diese zerstören das FühlWissen um sich selbst nicht.


Wenn sich der Sitz des Seins in diese 4 LiebesFrequenzen hineinstabilisiert, verändert sich etwas Grundlegendes in der Art, wie Realität wahrgenommen wird. Dem Anderen wird nicht länger als Bedrohung, Ressource oder Spiegel für was-auch-immer begegnet. Der Andere wird als Wesen erkannt, das gleichermaßen in demselben LiebesUrgrund verwurzelt ist. Und das ist keine philosophische, gefühlsmäßige oder intuitive, sondern eine emotiv-kosmologische Erkenntnis.


Von hier aus geht es nicht darum, mit einem anderen zu verschmelzen, denn es gibt keinen Bedarf zu verschmelzen. Es gibt keine Bedürftigkeit, weil innere Ganzheit erfahren wird. Es gibt kein Gefühl von Trennung oder Unvollständigkeit. In diesen Sitzen-des-seins lebt eine natürliche, Herz-basierte „Weigerung“, jemals in BesitzErgreifen oder Unterwerfung zu kollabieren. Es kommt nicht infrage, aus Sicherheits- oder Unwert- oder VorteilsGründen das zu verraten, was innerlich wahr ist.

Diese Liebe versucht nicht, Dauer oder Kontinuität sicherzustellen. Sie verspricht keine Sicherheit. Sie klammert sich nicht an Form oder Identität. Sie kann durch Zerstörung und Kränkung hindurchgehen, ohne zu verlieren, was sie in der Tiefe ist.

Diese Liebe ist nicht auf Beziehung angewiesen, sondern sie ist das, wo heraus Beziehung wahrgenommen wird.


Aus den vier Verwundungs- und Kontraktions-basierten Sitzen des Seins heraus „zu lieben“ bedeutet, Vollständigkeit zu suchen.

Aus den vier EssenzVersionen von Liebe zu lieben bedeutet, emotiv zu realisieren, dass nichts fehlt. Dann wächst die Fähigkeit und der Wunsch, zu sehen und gesehen zu werden — ohne Verzerrung und nicht aus Bedürftigkeit. Diese Liebe ist Präsenz ohne Kontraktion. Liebe ist die Fähigkeit, einem anderen Wesen zu begegnen, ohne in ihn zu kollabieren und ohne sich gegen ihn zu verteidigen. Liebe ist weder Verschmelzung noch Verwundungs-basierte Abgrenzung.

Wenn man in diesen EssenzVersionen ruht, wird Begegnung und Beziehung zu einem Feld geteilter Präsenz statt gegenseitiger Kompensation.


Je tiefer wir in die vier EssenzVersionen von Liebe heilen, desto weniger ist Liebe von einem Ergebnis abhängig. Sie mag sich Erwiderung wünschen, aber sie braucht sie nicht, um ihre Existenz zu bestätigen. Sie verlangt keine Dauer, um real zu sein. Sie vermindert sich nicht, wenn die Form der Beziehung sich verändert.


In der Tiefe ist Liebe die gefühlte Erkenntnis, dass Trennung ein relatives Erleben ist, keine ultimative Tatsache. Liebe ist das, was bleibt, wenn alle fragmentierten und verschleierten Versionen unseren SeelenSelbsts sterben und in ihre wahrhaftige und ganzheitliche, unfragmentierte Version erwachen und sich darin stabilisieren.

Liebe ist das, in was pures Bewusstsein hineinsinkt und damit verschmilzt, so dass Liebe sich selbst als Liebe erkennen kann und Bewusstsein mit Liebe ausgekleidet ist. Dies ist die Bewegung, die als aller-allererste Bewegung überhaupt zwischen DivineYang (Liebe) und DivineYin (Bewusstsein) stattgefunden hat. Heilung in uns als ihren Kindern bedeutet Erwachen in eben jene Zweiheit in der Einheit und jene Einheit in der Zweiheit. Es bedeutet emotive Realisation, dass wir aus demselben Stoff gewebt sind wie unsere GöttlichenEltern: LiebesBewusstsein. Im Ultimativen, wie im Relativen.

 

 


26.2.26 Iona von der Werth

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