Corona – eine ungewöhnliche Tanzaufforderung

Ein erster Verdauungsbericht

Ich bin gerade sehr dankbar, dass ich mich nun bereits seit Jahren intensiv in einem Weltbild bewege, dass unsere primäre Emotionalität in den Fokus stellt und ich mit Ionas Unterstützung in den letzten Jahren gelernt habe, mich selbst immer tiefer zu fühlen und darin zu halten. In dem Sinne waren die letzten 7 Jahre wie ein Nachholen meiner Kindheit, in der ich keine verlässliche Bezugsperson hatte, die bereit ist, mich mit allem zu halten und zu fühlen, was ich fühle, so dass ich lernen kann, mir selbst verlässliche emotionale Bezugsperson zu sein. Durch Corona aber lädt mich DarkMoon (wie es Iona in ihrem EnergyUpdate Corona als Geschenk von DarkMoon beschreibt) mit einer Wucht und Liebe in meine eigene Größe ein, fordert mich dazu auf, mich selbst zu halten und zu fühlen, in allem, was SIE in mir auslöst während ich ein direktes Erleben davon habe, dass sie mir das zutraut. Diese Qualität im divine ying so direkt zu erleben ist mir neu – denn während ich in den letzten Tagen (aus falscher Größe heraus) dahinein kollabiere, dass das, was wir hier auf der Erde gerade erleben, größer ist als ich, bin ich danach – geschrumpft auf meine echte Größe – nicht klein oder werde klein gemacht (wie ich es von meinen Eltern und auch von mir selbst kenne), sondern im Gegenteil direkt und wuchtvoll-liebesvoll auf Augenhöhe angesehen und aufgefordert: Go fly, angel! MIT allem, was es darin zu fühlen gibt.

Das vorangeschickt, möchte ich einige Gedanken und persönliche Erfahrungen der letzten Tage teilen und freue mich, wenn es dich vielleicht zu deiner eigenen persönlichen Antwort auf Corona einlädt.


Just heute erreichte mich eine Mail mit der Einladung zum gemeinsamen Meditieren und Liebe in die Welt schicken, damit wir alle keine Angst mehr fühlen. Urghs... Ich fühle mich plattgemacht in meinem Ringen darum, die Angst zu fühlen, mich von meiner eigenen Panik berühren zu lassen, sie mich ganz haben zu lassen und dann dennoch, nackt und ausgeliefert, wie ich mich gerade fühle, Schritt für Schritt in der Welt zu bewegen.

Es scheint mir gerecht und schreit ein bisschen nach Karma, das ich, jetzt, wo ich selbst beginne, mich wirklich berühren zu lassen und meine eigenen Beschämungsmuster und meine Arroganz ablege, genau dem ausgesetzt bin und um Luft ringe, um nicht an spiritueller Weisheit zu ersticken.

Ich kann mich nicht erinnern, dass mich in meinem Seelenleben bisher irgendetwas oder jemand so tief erschüttert, in Panik versetzt und durchgewirbelt hat, wie Corona es gerade tut. Einfach so, ohne Vorwarnung, ohne Plan, ohne Versicherung. Ohne Anmeldung.

Ich wollte gerade schreiben „ohne, dass ich dafür zahlen muss“, hielt jedoch inne: weil der Preis, den ich gerade zahle ist hoch. Als Selbstständige brechen all meine Aufträge weg, ich stehe ohne festen Boden in der Luft und mir fehlt seit letzter Woche jeglicher Plan. Gleichzeitig fühle ich mich auf eine Weise mit mir und anderen verbunden, die ich so nicht kenne und das hat nichts mit räumlicher Nähe zu tun sondern mit emotionaler.

Diese Erkenntnis führte mich auf meiner Reise durch meine innere Landschaft zu der Frage, warum „Isolation“ (die ja gerade in einem gewissen Maß einfach vernünftig ist) ein solches Meer an Abwehrstrategien, Gegenbewegungen und Beschämungsmustern aktiviert. Und fand mich selbst in Isolation wieder – als Säugling auf der Intensivstation, getrennt von meinen Eltern direkt nach der Geburt. Keine körperliche und erst recht keine emotionale Nähe um mich herum. Seit Tagen halte ich mich nun selbst in meinen Flügeln – mir selbst emotionale Nähe schenkend. Wie besser könnte ich diese Zeit gerade nutzen?

Was also, wenn Corona eine persönliche Einladung an mich ist, meine frühkindlichen Traumata zu heilen? Meine Panik darüber zu fühlen, als emotionales Wesen in eine physisch-mental-geprägte Welt hineingeboren zu sein, die mir als Säugling keine echte Nähe und emotionale Nahrung anbieten konnte und auch später in meinem Aufwachsen nicht. Eine Nähe, die ich mir sehr wohl heute selbst schenken kann.

Ist es mit dem Blick darauf, dass wir von dieser frühkindlichen Isolation in unserer Generation fast alle, vielleicht nicht in der gleichen Intensität aber doch jeder auf seine Weise betroffen sind, wirklich verwunderlich, dass wir in Panik geraten? Oder verzweifelt versuchen, die Panik und Angst zu bewältigen? Oder sagen: jetzt erst recht gehe ich auf dieses Fußballspiel, diese Nähe zu anderen Menschen lasse ich mir niemals wieder nehmen.Ich finde nicht.

Das bedeutet nicht, dass ich es gesund finde mir zwanzigmal am Tag die Hände zu waschen, Hamsterkäufe zu machen und in einer Situation, wo das zu noch mehr Infektionen führt, auf Großveranstaltungen zu gehen oder mich erst recht in die nächste Corona-Party zu stürzen; auf Autopilot nur noch zu funktionieren oder das ganze als irreal zu empfinden. Im Gegenteil. Aber verständlich finde ich es. Nachvollziehbar. Fühlenswert. Das alles sind wirklich hilfreiche Strategien im Umgang mit Krisen. Was aber, wenn ich auf Strategien verzichten möchte?

Was, wenn ich das alles nicht mache? Oder es mache und mich dabei fühle? Oder es danach zu Hause in Sicherheit in Ruhe verdaue? Wenn ich für mich zulasse, dass ich mich dieser Situation gerade schrecklich ausgeliefert fühle, machtlos. Haltlos. Planlos. Orientierungslos. Weil alles, was ich dachte, unter Kontrolle zu haben, mir gerade um die Ohren fliegt.

Meine Panik, meine innere Starre und Entscheidungsunfähigkeit, dass Fühlen dessen, wie ich mich vor Gefahr aus meinen Körper zurückziehe, mich verzweifelt versuche an jedem Strohhalm festzuklammern, mich aus der Realität flüchte, um nicht ganz zu haben und nicht ganz in der Welt zu sein – all das wird durch Corona in mir sichtbarer denn je. Ebenso, wie die Schönheit, wenn ich mich traue, mich selbst in meinem Körper zu fühlen und in meinen Armen zu halten mit all der Angst, die ich gerade habe.

Ich war in den letzten Tagen anderen Menschen sehr dankbar: denen, die mutige Entscheidungen getroffen haben. Denen, die in meinen Augen und für mein Herz fühlbar erwachsener gehandelt haben als ich. Und auch denen, die dank ihrer funktionierenden Bewältigungsstrategien mir den Raum gegeben haben, nicht mehr zu funktionieren, sondern auf Autopilot von einer Panikwelle in die nächste zu schlittern und die letzten Endes Entscheidungen für mich getroffen haben, die mir jetzt die Sicherheit schenken, all das in Ruhe für mich zu verdauen.

Dies alles sind Menschen, die ich aus meiner eigenen ungeheilten (spirituellen) Arroganz heraus bisher von oben herab für ihre Unvollkommenheiten und ihre Unreife belächelt habe. Kaum einer dieser Menschen ist mir selbst in den letzten Tagen so begegnet.

Dafür möchte ich berührt Danke sagen. In wachsender Liebe zu meiner eigenen Menschlichkeit, MiLady und alle anderen in Anjana



von Anjana, März 2020


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